Weinbergslage Mülheimer Sonnenlay

"Meistgetrunken auf den Fahrten des Luftschiffes ' Graf Zeppelin'!"

Diese stolze Aussage könnten die Mülheimer Winzer in den 20er und 30er Jahren über ihre Rieslingweine aus der Lage MÜLHEIMER SONNENLAY treffen. Fortan wurde der Mülheimer Wein auch unter dem Begriff ZEPPELINWEIN bekannt. Noch heute wird ein Teil der Mülheimer Weine mit dem damals entstandenen Zeppelinetikett ausgestattet und im In- und Ausland (vor allen Dingen in Japan und den USA) als Zeppelinwein vermarktet.

Etikett der Mülheimer Sonnenlay

Damit wird die Erinnerung an die Zeit der Atlantikflüge wachgehalten, als die Passagiere in den luxuriösen Luftschiffrestaurants diesen Wein auf ihren Tischen stehen hatten.

Der Weinberg, an dem die Riesling-Reben der Lage SONNENLAY wachsen, ist geographisch eine Besonderheit des Moseltales: Im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung hatte sich das Flußbett der Mosel mehrfach verändert und seine heutige meandernde Form erst zum Ende der Riß-Eiszeit (vor ungefähr 60.000 Jahren) gefunden. Der Sonnenlayberg, im Volksmund "Bitschberg" genannt, ist ein alter Umlaufberg der Mosel und bildete einst zusammen mit dem Brauneberg einen gemeinsamen Höhenzug. Vor ca. 230.000 Jahren durchtrennte die Kraft des Wassers diesen Bergrücken. Der Brauneberg entstand am nördlichen Flußufer, parallel zum Flußbett in west-östlicher Richtung, und der Bitschberg südlich vom Flußlauf, fast rechtwinkelig dazu, in nordöstlich - südwestlicher Richtung gelegen.

Das nunmehr verlassene alte Flußbett wurde zu einem malerischen Seitental der mittleren Mosel und schuf an dieser Stelle somit auch einen bequemen Übergang von der Eifel zum Hunsrück. Zwei Bäche, der Fronbach auf westlicher und der Veldenzer Bach auf östlicher Seite des Bitschberges, die das vorgefundene verlassene Flußbett nutzen, sowie der verkehrstechnisch günstige Moselübergang waren die Voraussetzungen für eine bereits in keltischer Zeit nachzuweisende Besiedlung. Erstmals urkundlich wurde der hier entstandene Ort MÜLHEIM im Jahre 591 n.Chr. erwähnt, als der Merowingerkönig CHILDEBERT II. seinen Hof zu "MOLEMDINUM" dem Bischof AGERICUS von VERDUN "boni vini causa" schenkte.

Sektetikett Mülheimer Sonnenlay

Die Weinbergslage SONNENLAY folgt dem Bitschberg an seinem westlich - südwestlich gelegenen Hang und geht im unteren Drittel des Bergrückens in die Lage BURGENER HASENLÄUFER über. Der Boden dieses Weinberges ist frisch verwitternder, steiniger Tonschiefer. Der Lagenname SONNENLAY entstand zu Beginn dieses Jahrhunderts und bringt in der Verbindung von "Sonne" und "Lay" (Schiefer) die beiden wichtigsten Voraussetzungen für den Anbau der Rieslingreben zum Ausdruck.

Die Lage MÜLHEIMER SONNENLAY ist die größte Einzellage des Weingutes MAX FERD. RICHTER. Im Juli 1991 ließ Königin ELISABETH II. von England den in London versammelten Staats- und Regierungschefs des WELTWIRTSCHAFTSGIPFELS zum Festbankett im BUCKINGHAM PALAST einen Mülheimer Sonnenlay unseres Hauses servieren. Seit 1984 wird aus besonders ausgewählten Qualitätsweinen dieser Lage auch der Spitzen-Jahrgangssekt RIESLING BRUT nach klassischem Champagnerverfahren hergestellt.



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