Der Bernkasteler Schlossberg und Burg Landshut

Hoch über dem mittelalterlichen Städtchen Bernkastel an der Mosel erheben sich die Ruinen der Burg "Landshut". Die Weinberge rings um den Burgberg tragen den Namen "Schloßberg". Die Geschichte von Bernkastel-Kues ist eng mit seiner Burg verbunden und das Schicksal der Burg bestimmten im Mittelalter die Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier.

Bernkastel erfährt als "Primum Castellum" im 7. Jahrhundert früheste Erwähnung. Aus der römischen Niederlassung wurde ein merowingischer Fiskus und später ein königlichen Lehen der Grafen von Luxemburg. Im Jahre 1279 erwarb der Trierer Kurfürst Heinrich von Vinstingen die Burg und Bernkastel. Sein Nachfolger Boemund von Warsberg (1286-1299) gestaltete die Burg zu einer schloßähnlichen Wohnung aus.

Während seiner Regentschaft, im Jahre 1291, erhielt Bernkastel aus der Hand des Kaisers Rudolf von Habsburg die Stadtrechte. Kurfürst Balduin von Luxemburg (1307-1354), der bedeutendste Trierer Kurfürst überhaupt, sicherte die Wehrburg durch eine mächtige Stadtmauer, von der noch heute Zeugnisse erhalten sind: das Graacher Tor und der mächtige Wachturm am Moselufer, der jetzt der St. Michaels-Kirche als Glockenturm dient. Die Kurfürsten nutzten die Burg im Mittelalter als Sommerresidenz. Im 30-jährigen Krieg wurden Stadt und Burg durch Franzosen, Spanier und Schweden schwer heimgesucht.

Die 1688 durch Truppen König Ludwig XIV. geschleifte Burg machte 1692 eine Feuersbrunst vollends zur Ruine. Im Jahre 1840 schenkten Bürger und Magistrat der Stadt Bernkastel die Burg Landshut dem neuen Landesherren König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Dem König eilte der Ruf eines romantischen Schwärmers mit einer Vorliebe für Ruinen voraus, so daß die Bürgerschaft sich auf diese Weise der lästigen und aufwendigen Verpflichtung zur Unterhaltung der Ruine zu entledigen trachtete.

Auf der der Burg gegenüberliegenden Bergseite wächst der berühmteste Wein der Stadt Bernkastel-Kues: der Bernkasteler Doctor! Nach der Legende soll sich der Trierer Erzbischof Boemund II. (1354-1362) fieberkrank auf er Landshut aufgehalten haben und nachdem alle ärztliche Kunst nicht hatte helfen können, durch ein ansehnliches Quantum Bernkasteler Weines geheilt worden sein. Zum Zeichen, daß der Wein "der wahre Doctor" sei, erhielt der Weinberg durch den Kurfürsten das Privileg, sich von nun an Bernkasteler Doctor nennen zu dürfen.

Die Weinbergslage Bernkasteler Schloßberg selbst erstreckt sich vom Burgberg ausgehend moselaufwärts in Richtung des Stadtteiles Andel. Die Lage, mehrmals durch schroff-steile Felspartien und nicht bebaubare Waldhänge unterbrochen, hat eine Größe von 50 ha und eine südwest-westliche Exposition. Sie ist ausschließlich mit Rieslingreben bepflanzt.

Durch die Gemeindereform des Jahres 1970 wurden dem Schloßberg Teile der ehemaligen kleinen Lage "Andeler Sonnenseit" zugeschlagen, in der sich der Besitz des Weingutes Max Ferd. Richter befindet. Die Andeler Sonnenseit liegt als reine Südlage im engen Goldbachtal, der in Andel in die Mosel mündet. Der Goldbach erhielt seinen Namen durch verschiedene Goldfunde im Verlauf des 18. Jahrhunderts. Einige Versuche, damals das Goldwaschen mit Unterstützung der Behörden zu einem einträglichen Gewerbe auszuweiten, sind fehlgeschlagen. Das einzige Gold, das noch heute dort herkommt, ist das Rebengold -die Rieslingweine des Bernkasteler Schloßberges!



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