|
[Zurück] Erntebericht 2008 - Schlussendlich ein versöhnliches EndeDie erste Novemberwoche war die schönste des ganzen Herbstes 2008: Trockene, sonnige und warme Tage, das ideale Erntewetter, so wie wir es eigentlich für den Oktober erwartet hatten. Der jedoch war kühl und regnerisch – "Novemberwetter" eben. Diese verqueren Wetterkapriolen haben an den Nerven gezerrt und uns bei der Traubenernte, in die wir am 13. Oktober starteten, gezwungen, die Beeren noch selektiver vorzulesen, als wir das ohnehin tun. Zwei -, manchmal sogar dreimal, sind wir durch die Zeilen gelaufen, um die jeweils reifen Beeren zu ernten und die noch grünen Trauben für eine spätere Lese zurückzulassen.
Dabei hatte das Frühjahr verheißungsvoll begonnen. April und Mai sorgten mit warmen und sonnigen Temperaturen für eine frühe Blüte Anfang Juni und damit guten Voraussetzungen für eine lange Vegetations- und Reifezeit. Der Juli, im Wechsel mit kurzen, heftigen Hitzephasen und sehr kühlen Nächten, brachte reichlich Pflanzenschutzprobleme, die auch in den kühlen und nassen Folgemonaten anhielten. Die Traubenreife ab Anfang September ließ zwar die Mostgewichte erwartungsgemäß ansteigen, die Säure verharrte jedoch auf einem unerwartet hohen Niveau – wir fühlten uns an den Jahrgang 1990 erinnert -, so dass wir den Erntebeginn auf Mitte Oktober festlegten. Die letzten Trauben, bis auf den Eiswein, haben wir Mitte November eingebracht.
Das Ergebnis des Jahrgangs 2008: Die Erntemenge ist um 20% kleiner als im vergangenen Jahr. Die Qualität liegt im fruchtigen Alltagswein- und im Kabinettbereich. Mit mühevoller Selektion waren auch kleinere Anteile an Spätlesen und - ganz gering - Auslesen möglich. Von der Natur in den vergangenen Jahren mehr als verwöhnt, haben wir eine Ernte im Keller, die dem Jahrgang 2004 recht nahe kommt.
Da die wirtschaftlichen Aussichten sich zunehmend einzutrüben scheinen, sprechen wir in diesem Zusammenhang auch von einer "marktgerechten" Ernte 2008, nach denen der Griff zu den edlen und teureren Flaschen doch etwas verhaltener ausfallen dürfte. Dennoch, der Jahrgang 2008 wird Ihnen sicherlich schmecken. Die Jungweine probieren sich derzeit extraktreich, sehr fruchtbetont, kernig und rassig mit etwas geringeren Alkoholgehalten als in den vergangenen Jahren. Mit den beiden Jahrgängen 2007 und 2008 werden wir Ihnen auch in den kommenden Monaten typischen "Mosel – Riesling - Genuss" bereiten können.
Die weltweite Nachfrage nach unseren Moselweinen ist weiterhin ansteigend. Besonderen Geschmack haben unsere Kunden an den feinherben Rieslingen gefunden. Sie sind der wahre Renner! Dennoch haben wir auch unsere Rebfläche mit dem Weißburgunder (Pinot blanc) ausgedehnt, da dieser frische trockene Wein mit verhaltener Säure bei Ihnen sehr viel Zuspruch findet. In einigen Jahren möchten wir dann auch als Parallele zu unserem Riesling Brut Sekt einen Weißburgunder Brut anbieten können.
Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein frohes und friedliches Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2009.
Mit den besten Grüßen,
Ihr
Dr. Dirk Richter
Mülheim/Mosel, den 24. Nov. 2008
[Zurück] |