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Erntebericht 2009 - Die 9 lässt den Winzer nicht im Stich!

Der Monat Juli brachte die kritischste Phase in der Entwicklung der Weinberge. Heftige Regenfälle und warme Temperaturen wechselten tagtäglich miteinander ab und verursachten einen sehr hohen Infektionsdruck von Peronospora. Diese Rebkrankheit schädigte das bis dahin gesunde Wachstum und führte zu großen Mengeneinbußen beim Jahrgang 2009. Dank der sehr warmen, sonnigen und trockenen Monate August und September wuchsen sich die Schäden langsam aus, so dass wir rückblickend dennoch von einem qualitativ sehr guten Jahrgang sprechen können.

Hier ein kurzer Witterungsabriss: Das Jahr 2009 startete mit einem Rekord - Frost von -18° C am 7. Januar, den wir zur Ernte unserer Eisweintrauben nutzten. Die trocken - kalte Witterung hielt sich zwei Monate bis ab Mitte März warmes Regenwetter für einen zeitigen Austrieb der Weinberge sorgte. Besonders das sonnige Osterwetter führte im April zu einem Wachstumsschub. Der Mai, obwohl zu trocken, förderte mit warmen Temperaturen den Entwicklungsfortschritt. Als dann Anfang Juni die Rebblüte einsetzen wollte, gab es einen Kälteeinbruch (Schafskälte), der zu unerwarteter Treibeisbildung auf der Mosel führte und die "weiße Flotte" kurzfristig "außer Gefecht" setzte. Die Blüte verzögerte sich, aber zwischen dem 18. und 25. Juni war auch dieses Stadium abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt sprachen wir von guten Voraussetzungen für den neuen Jahrgang, solange bis eben die Starkregen ab Ende Juni und im Juli uns einen Strich durch die Rechnung machten.

Am 12. Oktober begann die Traubenlese. Ein leichter Frost gegen Ende der ersten Erntewoche ließ die Blätter welken, so dass der Stoffwechselprozess in den Pflanzen langsam zum Erliegen kam. Die Trauben waren zu diesem Zeitpunkt sehr gesund und reif, die geschädigten bereits abgefallen. Die Ernte – wir lesen alles von Hand - ließ sich bei herrlich sonnigem und trockenen Wetter rasch ins Kelterhaus bringen und war am 6. November beendet. Die Mostgewichte erreichten Spitzenwerte bis hinauf zur Trockenbeerenauslese (Brauneberger Juffer Sonnenuhr und Wehlener Sonnenuhr).

Seit Kriegsende war jeder Jahrgang am Ende eines Dezenniums ein besonderer - allen voran der legendäre 1959er! Der Jahrgang 2009 wird sich also nahtlos in diese Serie einreihen. Freuen Sie sich also im kommenden Jahr auf einen großen Mosel Riesling Jahrgang. Auch der 2008er genießt bei unseren Kunden als leichter und rassiger Kabinett-Jahrgang großen Zuspruch. Auch diese Sequenz ist nicht neu: Es gibt eine Art déjà-vu - Erlebnis, denn ähnliche Qualitäts-Paarbildungen kannten wir 1948 und 1949, 1958 und 1959, 1968 und 1969, 1978 und 1979 oder 1988 und 1989.

Mit den besten Wünschen für eine schöne Adventszeit, fröhliche Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr,
Ihr

Dr. Dirk Richter

Mülheim/Mosel, den 26. Nov. 2009

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